Kunsttherapie ist ein synergetischer Beruf, bei dem sich das kreative, künstlerische Schaffen mit
psychologischen, pädagogischen und therapeutischen Kenntnissen zu einem angewandten,
ganzheitlichen, humanistischen Wissen verbindet. Als eine eigenständige Disziplin hebt sie sich
differenziert gegenüber anderen psychologisch-therapeutischen Methoden ab. Kunsttherapie dient
nicht der Kunst, sie bedient sich ihrer, um die salutogenetischen Wirkungsweisen schöpferischen
Handelns als individuelle Ressource erfahrbar zu machen. In der Kunsttherapie steht die
nonverbale bildnerische und gestaltende Auseinandersetzung – mit ihrer unbegrenzten Zahl
möglicher struktureller Varianten – im Vordergrund, die auf der symbolischen Ebene ein «Probehandeln»
ermöglichen. So bilden die Elemente der ästhetischen Sprache wie Bewegung, Rhythmus, Dynamik,
Gleichgewicht, Spannung und Harmonie nicht nur bildnerische Ordnungsprinzipien, sondern
auch psychische Ordnungsformen, die durch konkrete bildnerische Erfahrungen beeinflusst
werden können. Die Wirkung dieser gestaltenden Prozesse dient den Herstellern selbst.